Altersgerechtes Wohnen: Maßnahmen & Förderung

Altersgerecht wohnen
Altersgerecht wohnen barrierefrei für ein selbst bestimmtes Leben | Foto © Thomas Reimer bei adobe stock

Altersgerecht wohnen – ein Thema, das früher oder später jeden betrifft. Denn viele Senioren möchten ihre Unabhängigkeit so lange wie möglich bewahren.

Ein Umzug in ein Pflegeheim oder einen Wohnkomplex mit 24-Stunden-Betreuung (betreutes Wohnen) kommt nicht infrage. Ist die eigene Wohnung nicht barrierefrei, erfordert das einen Umbau. Im Beitrag erfahren Leser, welche Kosten auf sie zukommen, und welche Fördermöglichkeiten bestehen.

Was ist altersgerechtes Wohnen?

Mit zunehmendem Alter zeigen sich körperliche Einschränkungen, die es unmöglich machen, den Alltag normal zu bewältigen. Türschwellen und Treppenstufen entwickeln sich zu gefährlichen Stolperfallen.

Jedoch ermöglicht das altersgerechte Wohnen Senioren ein komfortables, barrierefreies Leben. Zudem erlaubt dieses ihnen, die meisten Dinge selbstständig zu erledigen.

Welche Maßnahmen für einen altersgerechten Wohnungsumbau erforderlich sind, hängt von den individuellen Voraussetzungen der Person und den baulichen Gegebenheiten ab. Insbesondere erfordern bauliche Veränderungen eine Genehmigung des Vermieters.

Tipp: Der ambulante Pflegedienst bietet verschiedene Betreuungs- und Pflegedienstleistungen an, um das eigenständige Wohnen zu erleichtern, darunter Hilfe bei der Zubereitung von Mahlzeiten oder Unterstützung bei Reinigungs- und Aufräumarbeiten.

Checkliste für altersgerechtes Wohnen

Das Serviceportal „Zuhause im Alter“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend stellt die Checkliste: Altersgerechte Wohnung bereit, anhand der Betroffene und Angehörige prüfen, ob die eigenen vier Wände ein barrierearmes Leben und Wohnen ermöglichen. Erfüllt der Wohnraum nicht die erforderlichen Ansprüche an das altersgerechte Wohnen, sind Umbauten notwendig.

Barrierefreie Wohnung – wie mache ich das?

Damit ältere Personen unabhängig und selbst bestimmt ihren Alltag meistern können, ist es wichtig, das Wohnumfeld so umzugestalten, dass es möglichst barrierearm oder barrierefrei ist. Grundlage für das altersgerechte Wohnen sind stufenfreie Zugänge, eine großzügige Raumaufteilung ohne Stolperfallen und viel Bewegungsfreiheit. Diese Kriterien sind in den einzelnen Wohnbereichen entscheidend:

Zugang zur Wohnung

  • Der Eingangsbereich ist stufen- und schwellenlos. Eine Rampe erlaubt den barrierefreien Zugang zum Haus.
  • Die Haustür lässt sich leicht öffnen.
  • Ein Aufzug erleichtert den Zugang zu höheren Etagen. Optional kommt der Einbau eines Treppenlifts infrage.
  • Der Zugang zur Terrasse und zum Balkon ist barrierefrei. Glasschiebetüren bieten freie Sicht und lassen sich dank Führungsschienen mühelos öffnen.
  • Durchgehende Handläufe auf beiden Seiten des Treppenhauses erhöhen die Sicherheit beim Treppensteigen und bieten Halt bei Verschnaufpausen.
  • Um die Gehhilfe oder den Rollstuhl abzustellen, ist der Flurbereich mindestens 120 cm breit.

Ausstattung des Bades

  • Sicherheitsgriffe an Badewanne, Dusche, WC und Waschbecken bieten Halt und erleichtern das Aufrichten.
  • Eine Badewanne mit Tür oder eine ebenerdige, geräumige Dusche mit Klappsitz erleichtern die tägliche Pflege.
  • Rutschfeste Oberflächen in der Dusche und in der Badewanne verhindern Stürze.
  • Für Rollstuhlfahrer kommen höhenverstellbare Waschbecken oder unterfahrbare Waschtische in Betracht.
  • Um Rettungskräften und Angehörigen im Ernstfall den Zugang zum Badezimmer zu erleichtern, öffnet die Tür nach außen.
  • Fliesen mit rutschfester Oberfläche und eine gute Beleuchtung verhindern Stürze.

Gestaltung der Küche

  • Statt Unterschränken mit Türen empfehlen sich Modelle mit Auszügen und Schubladen.
  • Rollstuhlfahrern erleichtern unterfahrbare Arbeitsplatten das Arbeiten.
  • Schränke, Armaturen und Küchengeräte befinden sich in bequemer Höhe.
  • Mischbatterien mit integriertem Thermostat verhindern Verbrühungen durch zu heißes Wasser.
  • Rutschfeste Fliesen verhindern Stürze.
  • Eine gute Ausleuchtung erleichtert das Hantieren in der Küche und mindert die Gefahr für Verletzungen.
  • Großzügige Bewegungsflächen ermöglichen die barrierefreie Bewegung mit Gehhilfen und Rollstuhl.

 Ausstattung des Wohn- und Schlafbereiches

  • Stabile Sitzmöbel im Wohnbereich bieten Komfort und Stütze.
  • Schwere, stabile Möbel ermöglichen es Senioren, sich daran abzustützen oder hochzuziehen.
  • Seniorengerechte Betten erleichtern den Ein- und Ausstieg in bequemer Höhe. Alle drei Seiten des Bettes sollten gut erreichbar sein.
  • Moderne Beleuchtungssysteme ermöglichen das bequeme Anschalten der Lichtquellen.

Allgemeines

  • Um problemlos mit Gehbänkchen oder Rollstuhl die Tür zu passieren, sollte diese mindestens 80 bis 90 cm breit sein.
  • Der Verzicht auf sperrige, nicht nutzbare Möbel schafft mehr Bewegungsfreiheit.
  • Kabelkanäle verhindern Stürze durch herumliegende Kabel.
  • Rutschfest verlegte Teppiche haben keine aufstehenden Kanten, die das Stolpern begünstigen.
  • Seniorentelefone mit großen Tasten erleichtern das Telefonieren.
  • Ein Seniorennotruf verbindet im Ernstfall mit Verwandten oder kontaktiert automatisch den Notdienst.

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Stehen Umbauten für das altersgerechte Wohnen an, kommen enorme Kosten auf Betroffene zu, deren Höhe von den erforderlichen Maßnahmen abhängt. Laut einer Studie des Deutschen Städte- und Gemeindebunds (DStGB) betragen die Umbaukosten im Schnitt 19.000 Euro. Geht es darum, einen erhöhten Toilettensitz einzubauen oder eine Glasschiebetür zu kaufen, – ist es ratsam, einen Handwerker zu kontaktieren. Dieser sollte sich auf seniorengerechte Umbauten spezialisiert haben sowie bereit sein, einen Kostenvoranschlag zu erstellen. Die regionalen Handwerkskammern und Innungen sprechen auf Anfrage Empfehlungen aus.

Gibt es Förderungen für altersgerechtes Wohnen?

Um die Umbaumaßnahmen für altersgerechtes Wohnen zu finanzieren, empfiehlt es sich, Fördermittel zu beantragen:

  • Pflegekasse: Menschen mit Pflegegrad haben Anspruch auf eine altersgerechte Anpassung des Wohnumfeldes. Dafür zahlt der Versicherer auf Antrag bis zu 4.000 Euro.
  • Krankenkasse: Verordnet der behandelnde Arzt Hilfsmittel, beantragen Versicherte diese direkt bei der Krankenkasse. Grundlage für die Bewilligung ist die Hilfsmittelverordnung.
  • KfW-Bank: Das Eigenmittelprogramm zum altersgerechten Umbau der KfW (Nr. 159) vergibt zinsverbilligte Kredite in Höhe von bis zu 50.000 Euro. Für einzelne Umbaumaßnahmen empfiehlt sich der Investitionszuschuss 455-B in Höhe von bis zu 6.250 Euro.

Fazit

Altersgerecht wohnen erfordert mitunter umfangreiche Umbaumaßnahmen, die teilweise von der Pflegekasse übernommen werden. Reicht das nicht aus, stehen verschiedene Förderprogramme der KfW-Bank zur Verfügung. Weitere Tipps und Tricks finden Senioren auf unserer Startseite.