Haus bauen fürs Alter – wichtige Infos

Ein Haus fürs Alter ist ein Teil der Vorsorge für das künftige Seniorenleben. Foto: © Suzi Media / stock adobe

Ein Haus fürs Alter ist ein Teil der Vorsorge für das künftige Seniorenleben. Dieses Vorhaben sollte gut durchdacht werden, denn es stellt hohe bauliche Voraussetzungen an das Haus. In diesem Artikel erhalten Sie wichtige Infos zu diesem Thema.

Warum ein Haus fürs Alter bauen

Bauen Sie ein Haus fürs Alter, kann dies unterschiedliche Gründe haben: Die Kinder erwarten Nachwuchs und sie möchten ihnen ihr bisheriges Haus überlassen. Für alle zusammen ist es zu klein. Möglicherweise haben Sie auch beim Bau des Familienhauses nicht an das Alter gedacht, sodass ein Umzug in Berlin nötig wird.

Denn es ist anzunehmen, dass Sie im Alter mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu kämpfen haben. Sie können in Ihrer Bewegung eingeschränkt sein oder sogar einen Rollstuhl benötigen. Wird dieses Szenario wahr, müssen Sie Ihr bisheriges Haus oder Ihre Wohnung verlassen.

Damit Sie Ihre Selbstständigkeit dennoch für viele Jahre in Ihrem Seniorenleben behalten können, bietet es sich an, ein Haus fürs Alter zu bauen, das alle Voraussetzungen für ein altersgerechtes Wohnen erfüllt.

Den richtigen Standort im Alter wählen

Die Planung beginnt mit der Auswahl des richtigen Standorts für Ihr neues seniorengerechtes Heim. Bedenken Sie dabei, dass Sie im Alter nicht mehr so rüstig sein werden und viele Dinge – wie der Gang zu Ärzten oder der Einkauf – aufgrund langer Wege zu einer Tortur werden können. Suchen Sie sich deshalb ein Grundstück, das nahe Einkaufsmöglichkeiten bietet und bei dem die wichtigsten Ärzte und eine Apotheke sich ebenfalls in erreichbarer Nähe befinden.

Damit Sie nicht vereinsamen, empfiehlt es sich, am sozialen Leben teilzunehmen. Prüfen Sie, ob Sie in der ausgesuchten Gegend ausreichend Gelegenheit dazu haben. Gibt es dort Angebote für Senioren und Möglichkeiten, ohne großen Aufwand Ihren Hobbys nachzugehen?

Haben Sie das Rentenalter noch nicht erreicht oder möchten Sie zu Ihrer Rente etwas dazuverdienen, brauchen Sie einen Arbeitsplatz mit inklusivem Design. Sind Sie selbst Unternehmer und möchten Ihre betagten Mitarbeiter halten, könnte ein Büroumzug in ein barrierefreies Gebäude eine Lösung sein, die den Fachkräftemangel etwas reduziert.

Barrierefrei bauen: wichtige Grundlagen

Beim privaten Hausbau bedeutet das barrierefreie Bauen, das Haus zukunftssicher und wertsteigernd so zu planen, dass es sich von allen Bewohnern komfortabel, sicher und lebenslang nutzen lässt. Zukunftssicher ist das Haus, wenn es sich ohne Umbauten im Alter und durch Menschen mit körperlichen Einschränkungen risikoarm nutzen lässt.

Sicher ist das Haus, wenn es das Sturzrisiko reduziert. Dazu sollten die Böden rutschfest sein und die Laufwege so breit, dass Sie nicht an den Möbeln anecken. Zudem sollte es den dort lebenden Menschen Orientierung bieten. Dieses erreichen Sie mit einer blendfreien Beleuchtung und Schaltern in verschiedenen Bereichen der Räume.

Der barrierefreie Zugang

Bei seniorengerechten Häusern ist der Zugang flach und ohne Hürden. Ersatzweise ist die Eingangstür über eine Rampe zu erreichen. Diese besitzt beidseitig Handläufe und hat eine maximale Steigung von 8,3 Prozent.

Barrierefreie Räume

Die Räume sollten Sie großzügig planen, damit Sie in ihnen notfalls auch mit einem Rollstuhl umherfahren können. Bedenken Sie, dass der Wendeplatz für Rollstühle 150 × 150 Zentimeter beträgt. Die Türen messen mindestens neunzig oder besser hundert Zentimeter in der Breite. Befinden sich die Fenstergriffe in maximal 120 Zentimetern Höhe, sind sie auch für Rollstuhlfahrer bedienbar.

Ein barrierefreies und altersgerechtes Haus ist so konzipiert, dass es ausreichend Bewegungsfläche vor den Türen, im Bad und in der Küche bietet. Zudem braucht es schwellenlose Übergänge zwischen den Zimmern sowie zur Terrasse. Der Bodenbelag besteht aus rutschfesten Materialien.

Im Bad befinden sich eine seniorengerechte Toilette mit Aufstehhilfe sowie eine ebenerdige Dusche. Statten Sie Ihr Bad zudem mit Haltegriffen an den wichtigsten Stellen aus, denn das Sturzrisiko erhöht sich mit dem Alter. Mindestens sollten sich Haltegriffe in der Dusche befinden. Baden Sie lieber, empfiehlt sich eine Wanne mit Tür, rutschfestem Boden und Haltegriffen.

Im Alter empfiehlt sich eine offene Küche mit zehn bis 15 Quadratmetern Fläche. Eine separate Küche ist mindestens acht bis zwölf Quadratmeter groß. Wählen Sie eine L-förmige oder U-förmige Küche, lassen sich die Flächen und Geräte so anordnen, dass sich optimale Arbeitsläufe ergeben. Vorausschauend planen Sie eine mindestens 2,5 Quadratmeter lange und durchgehend unterfahrbare Arbeitsfläche. Die Laufwege sollten mindestens 120 Zentimeter breit sein. Besser jedoch sind 150 Zentimeter, damit das Wenden mit einem Rollstuhl möglich ist. Denken Sie zudem daran, ausreichend Stauraum in einer Höhe von fünfzig bis 130 Zentimetern einzuplanen.

Grundriss und Wohnfläche altersgerecht planen

Grundrisse und Wohnfläche für altersgerechtes Wohnen zu planen, bedeutet, die Räume und Außenbereiche so zu gestalten, dass sie sich flexibel an die Lebensumstände anpassen. Gut vorbereitet sind sie mit großen zusammenhängenden Räumen, die eine flexible Nutzung und eine einfache Umgestaltung ermöglichen.

Jedoch kommt es nach Ansicht von Diplom-Ingenieur und Architekt Michael Reichenbach mehr auf die Raumzuschnitte und auf eine intelligente Flächenverteilung an.

Das Wohnzimmer sollte bei einer Singlewohnung eine Fläche von 25 bis 30 Quadratmetern besitzen. Für ein Paar rechnen Sie 35 bis 40 Quadratmeter ein. Beachten Sie, dass eine rechteckige oder leicht L-förmige Raumform besser zu möblieren ist als ein quadratischer Raum. Die perfekte Raumgröße beträgt jedoch vierzig bis fünfzig Quadratmeter. Ein solcher Raum lässt sich flexibel möblieren und bietet viel Bewegungsfreiheit.

Das Schlafzimmer sollte eine Fläche von 15 bis 18 Quadratmetern besitzen und mindestens 3,5 Meter breit sein. Idealerweise ist es mit einem, besser zwei Fenstern ausgestattet. Liegt es neben dem Badezimmer, sind die Wege kurz, wenn Sie nachts dringend herausmüssen.

Hinweis: Die Räume eines barrierefreien Hauses sind richtig dimensioniert, wenn Menschen mit speziellen Bedürfnissen diese einfach nutzen, einrichten und ausstatten können.

Planen Sie ein barrierefreies Haus für das Alter, sind die DIN 18040 und die Landesbauordnungen für Sie relevant. Die DIN 18040 ist die Norm für barrierefreies Bauen und ein Planungsleitfaden für Architekten und Bauherren.

Technik und Komfort im altersgerechten Haus

Das Leben als Senior in Ihrem Haus können Sie sich mit ein wenig moderner Technik komfortabel gestalten. Denn smarte Technologien sind ein Must-have für altersgerechtes Wohnen. Sie zahlen sich besonders bei körperlichen Einschränkungen aus.

Sie öffnen die Tür, ohne aufzustehen, und wissen dennoch, wer vor Ihrer Tür steht. Ist es im Raum nicht mehr hell genug, geht automatisch das Licht an. Hilfreich sind zudem eine intelligente Heizungssteuerung und Bewegungsmelder. Bei der Kommunikation hilft eine Sprachsteuerung.

Das vernetzte Zuhause ist einfach zu bedienen und steigert den Komfort und die Sicherheit beim altersgerechten Wohnen. Im Jahr 2025 waren es bereits dreißig Prozent der 65- bis 74-Jährigen, die mindestens eine Smarthome-Anwendung nutzten. Senioren über 65 Jahre setzen bewusst auf smarte Technologien, um ihre Gesundheit zu erhalten und im Notfall schnell Hilfe zu bekommen. Sicherheiten bieten zudem Rauchmelder, Gasmelder und Wasserschaden-Sensoren sowie eine Türklingel mit Kamera und sichere Schlösser, die in das Smarthome integriert werden können.

Energieeffizienz und niedrige Betriebskosten

Barrierefreie und altersgerechte Häuser können ebenso energieeffizient gebaut werden, wie andere Häuser. Einen besonderen Stellenwert nehmen energieeffiziente Heizsysteme und eine optimierte Dämmung ein. Eine gute Dämmung der Fassade senkt den Wärmeverlust um vierzig Prozent und trägt dazu bei, dass Sie sich wohler fühlen. Der Grund liegt darin, dass die Temperaturen gleichmäßig bleiben und weniger Zugluft entsteht.

Heizkosten sparen können Sie zudem durch den Einsatz moderner Fenster sowie durch breite Flure und offene Grundrisse. Letztere verbessern die Wärmezirkulation in den Räumen. Zudem leisten Wärmepumpen und Solaranlagen auf Dächern und an Fassaden einen Beitrag zur Energieeffizienz und Kosteneinsparung.

Häufige Fehler beim Hausbau fürs Alter

Fehler beim Hausbau fürs Alter entstehen, weil Handwerker und Architekten nach alten Vorgaben aus den 1990er-Jahren arbeiten. Seit 2010 gilt jedoch die neue Baunormenreihe DIN 18040. Häufig entstehen Fehler beim Einbau des WCs, berichtet das Deutsche Handwerksblatt. Dieses sollte versetzt eingebaut werden, damit auf beiden Seiten genug Platz bleibt. Fehler beim Hausbau kommen oft vor, weil der Bedarf nicht richtig interpretiert wird.

Barrierefreie Wohnräume bringen Vorteile, doch was, wenn Sie mit Ihrem Rollator oder Rollstuhl nicht ins Haus kommen oder die beidseitigen Geländer an der Rampe fehlen? Außerdem müssen Sie darauf achten, dass das Teil nicht zu steil ist.

Zudem kann eine schlechte Beleuchtung zu Unfällen führen. Dies gilt für den Eingangsbereich ebenso wie für die Innenräume. Ebenso kommt es vor, dass künftige Senioren ein Haus fürs Alter bauen, aber nicht berücksichtigen, dass sie möglicherweise später einen Rollstuhl benötigen. Haben sie die Türen zu schmal geplant, stehen die alten Leute vor einem Problem, das sie teuer zu stehen kommt.

Auch im Bad können neben der falschen Toilettenplanung Fehler passieren. Bauen Sie keine ebenerdige Dusche ein, wird das mit zunehmendem Alter ein Problem, da es schwerfallen kann, die Dusche zu betreten. Zudem sind die Raumgrößen von Bedeutung. Die Wohnung sollte so geschnitten sein, dass die Räume ausreichend Fläche bieten, um sich mit Hilfsmitteln wie Rollstuhl oder Rollator komfortabel darin zu bewegen.

Können Sie in der Küche die Arbeitsfläche nicht unterfahren, bekommen Sie Probleme beim Kochen, wenn Sie im Rollstuhl sitzen. Ebenso kommen Fehler bei der Installation der Elektrik vor. Oft sind die Steckdosen und Schalter zu hoch oder zu niedrig angebracht oder in nicht ausreichendem Maß vorhanden.

Prüfen Sie auch die Bodenbeläge. Sind die Böden zu rutschig, tauschen Sie diese so bald wie möglich durch rutschfeste Exemplare aus. Dies ist wichtig, weil die Gefahr eines Sturzes mit zunehmendem Alter steigt. Ebenso erhöht sich mit dem vermeidbaren Risiko eines Sturzes durch glatte Böden die Gefahr, lange Zeit im Krankenhaus verbringen zu müssen. Ein barrierefreies Haus sollten Sie deshalb besonders bedacht planen, damit es alle Eventualitäten, die im Alter vorkommen können, abdeckt.