Corona trifft ältere Menschen besonders schwer – was Ärzte jetzt raten

Corona ältere Menschen
Corona ältere Menschen

Ältere Menschen verkraften Corona weitaus schlechter als jüngere. Experten raten Senioren daher zu besonderen Schutzmaßnahmen.

Das Coronavirus breitet sich auf der ganzen Welt aus. Auch in Deutschland gibt es aktuell (Stand: 11. März 2020) deutlich über 1.000 Fälle, so das Robert Koch Institut. Dies nimmt auch die Risikobewertung durch vor. Demnach sei die Gefährdung in Deutschland für die Allgemeinbevölkerung derzeit mäßig. Allerdings seien zum einen regionale Unterschiede einzubeziehen – es gebe durchaus „besonders betroffene Gebiete“. Außerdem nehme die Gefahr schwerer Covid-19-Krankheitsverläufe mit dem Alter zu. Auch bestehende Vorerkrankungen wirken sich auf die Wahrscheinlichkeit eines gefährlichen Corona-Verlaufes aus. Ein schwerer Verlauf der Erkrankung kann sogar tödlich enden – mit Stand vom 9.März 2020 gibt es in Deutschland bereits zwei Todesfälle.

Bis jetzt zeigt sich, dass Kinder und Menschen unter 30 eher nicht die Kernzielgruppe des Coronavirus sind. Die meisten Erkrankten (etwa 80 Prozent) empfinden die Infektion symptomatisch kaum schlimmer als eine Erkältung. Wer jedoch die 60 überschritten hat, muss mit schwereren Verläufen rechnen. Die aktuellen Erfahrungen aus China zeigen überdies, dass über 80-Jährige sogar überdurchschnittlich gefährdet sind, an Covid-19 zu sterben.

Corona führt bei älteren Menschen zu schwereren Verläufen

Experten der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie betonen, dass die Abwehrkräfte von Menschen über 50 nicht mehr so gut arbeiten können. Daher sind sie deutlich stärker gefährdet, an Corona zu erkranken. Sind außerdem weitere Vorerkrankungen vorhanden, kann der Körper kaum noch wirksam gegen SARS-CoV-2 vorgehen. Dann greift das Virus ernsthaft die Atemwege an. Ist der Verlauf nun schwer, kann daraus eine Lungenentzündung entstehen – oft ein Todesurteil für ältere Menschen. Corona trifft ältere Menschen also schwerer.

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Einige Vorerkrankungen, auch älterer Menschen, sind im Zusammenhang mit Corona besonders problematisch, so Fachärzte für Geriatrie. Zum Beispiel sind Personen sehr empfänglich für eine Ansteckung mit Corona, die Immunsuppressiva nehmen, etwa nach einer Organtransplantation. Diese Medikamente sollen dafür sorgen, dass das neue Organ nicht abgestoßen wird – und öffnen Infektionen wie Corona dabei Tür und Tor. Die Gefahr, sich anzustecken, besteht außerdem bei chronischen Krankheiten – etwa der Lungenkrankheit COPD. Auch ältere Menschen mit Diabetes oder einer Nierenschwäche bewegen sich auf einer höheren Gefährdungsstufe.

Ältere Menschen und Corona: wichtige Verhaltensregeln

Um sich vor der Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen, gelten für Senioren zunächst dieselben Verhaltensregeln gemäß dem Bundesministerium für Gesundheit wie für alle anderen auch. Dafür steht die Hygiene mit regelmäßigem Händewaschen an erster Stelle. Das Händewaschen sollte mindestens 30 Sekunden dauern. Dabei sollten auch die Daumen, Fingernägel und die Fingerzwischenräume gründlich gereinigt werden.

Es wird weiterhin empfohlen, sich vor allem in öffentlichen Räumen so wenig wie möglich ins Gesicht zu fassen. Es muss stets bedacht werden, dass Haltegriffe im Bus, Griffe von Einkaufswagen, Türklinken oder Knöpfe von Aufzügen von Viren und Bakterien nur so wimmeln. Daher sollten nach dem Heimkommen als erstes die Hände gewaschen werden. Ältere Menschen, die stärker durch Corona gefährdet sind, sollten zudem einige Verhaltensregeln im Zusammenhang mit Menschenansammlungen besonders beachten.

Dies kann der Wochenmarkt ebenso sein wie ein Konzert oder ein Theaterbesuch. Ältere Personen sollten derzeit mindestens anderthalb bis zwei Meter Abstand zu anderen Menschen halten. Das gilt nicht nur für die Öffentlichkeit, sondern auch für die heimischen vier Wände. Der Sicherheitsabstand sollte konsequenterweise auch zu Verwandten oder Freunden gewahrt bleiben – also derzeit keine Umarmung und kein Händeschütteln. Denn Covid-19 ist tückisch: Das Virus ist ansteckend, bevor eine betroffene Person Symptome zeigt.

Gruppenreisen bergen für ältere Menschen Corona Risiken

Dass Gruppenreisen, gerade bei Senioren äußerst beliebt, aktuell keine gute Idee sind, erschließt sich fast von selbst. Vor allem von Kreuzfahrten ist älteren Menschen in Corona-Zeiten dringend abzuraten. Gesundheitsminister Jens Spahn gab als allgemeine Verhaltensregel heraus, dass Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern vorerst aufgrund von Corona abzusagen seien.

Auf einem Kreuzfahrtschiff befinden sich jedoch mehr als 1.000 Reisende. So sollten Senioren von Kreuzfahrten aus Sicherheitsgründen erst recht absehen. Denn allein ein einziger Infizierter an Bord kann einen Ausnahmezustand hervorrufen – und die für ältere Menschen lebensgefährliche Infektion schnell verbreiten. Wer über 60 ist und derzeit verreisen möchte, sollte auf das eigene Auto setzen und eine Region anstreben, die bislang nicht von Covid-19 betroffen ist.

Ganz allgemein gesagt, können Menschen sich vor der Ansteckung mit dem Coronavirus so schützen wie vor einer normalen Erkältung. Dazu gehört das regelmäßige Lüften in der Wohnung, Spaziergänge an der frischen Luft und das Feuchthalten der Schleimhäute – zusätzlich zu besagten Hygieneregeln.

Covid-19 bei älteren Menschen: medizinische Möglichkeiten

Sollten alle Vorsichtsmaßnahmen nichts gebracht haben und Symptome für Corona sind erkennbar, sollten bestimmte Verhaltensregeln beachtet werden. Die wichtigste zuerst: zuhause bleiben. Von dort aus sollte der Hausarzt telefonisch kontaktiert werden. So kann mit ihm besprochen werden, wie das weitere Vorgehen aussehen soll. Ist nun ein Test auf das Coronavirus notwendig? Falls ja: Soll der Patient dann dafür in die Arztpraxis gehen oder macht der Arzt einen Hausbesuch? Es können auch telefonisch die Symptome besprochen werden. Zeigen sich beispielsweise typische Anzeichen wie Fieber, trockener Husten und Atemnot? Der Arzt entscheidet über das weitere Prozedere.

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Ist es noch nicht zu einer Infektion gekommen, sollten gesunde Senioren ab 60 sich jetzt gegen Pneumokokken impfen lassen, so die STIKO (Ständige Impfkommission). Auch Gesundheitsminister Spahn ruft angesichts der Corona-Ausbreitung zu der Impfung auf. Der Grund ist, dass Pneumokokken Bakterien sind, die vornehmlich den Nasenrachenraum befallen – aber beim Weiterwandern auch die häufigsten Ursachen von Lungenentzündungen sind. Laut Robert Koch Institut sterben jedes Jahr rund 5.000 Menschen an den Folgen des Pneumokokken-Befalls.

Die Pneumokokken-Impfung schützt nicht direkt gegen das Coronavirus. Sie schützt aber ältere Menschen vor den schwerwiegenden Folgen einer Corona-Infektion in Form der Lungenentzündung durch Pneumokokken. Von dieser sind, so Lungenfachärzte, vor allem ältere oder immungeschwächte Personen bedroht. Denn werde ein älterer Mensch mit Corona infiziert, sei sein Köper ohnehin geschwächt. Das Immunsystem sei dann kaum noch imstande, sich gegen Pneumokokken – als sogenannte „Superinfektion“ – und folglich die schwere Lungenentzündung zur Wehr zu setzen. Das hätte mitunter tödliche Folgen. Aus ähnlichen Gründen sei, so das Robert Koch Institut, in Zeiten des Coronavirus vor allem für ältere Menschen außerdem die Grippeschutzimpfung zu empfehlen.