Hilfe für Senioren – die wichtigsten Anlaufstellen

Hilfe für Senioren – Wohngemeinschaft | Foto: Drazen; adobe stock

Im Jahr 2023 lebten nach Informationen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 6 Millionen Menschen ab 65 Jahren allein in ihrem Haushalt. Davon sind viele noch nicht pflegebedürftig, benötigen jedoch Unterstützung bei einzelnen Aufgaben des Alltags. Wo gibt es Hilfe für Senioren? Wie können sie sich ihren Alltag vereinfachen? Dieser Ratgeber informiert über die wichtigsten Anlaufstellen für ältere Menschen.

Pflegestützpunkte: Kommunales Angebot für Senioren und Angehörige

Pflegestützpunkte sind Gemeinschaftsprojekte von

  • kommunalen Trägern
  • Krankenkassen
  • Pflegekassen

Die Mitarbeitenden bieten Hilfe für Senioren und wenden sich mit ihren Angeboten auch an deren Angehörige. Sie finden gemeinsam mit den Ratsuchenden Lösungen für die Pflege des Seniors, wenn dieser Unterstützung im Alltag benötigt oder bereits einen Pflegegrad hat. Schließlich ist es das Ziel, dass dieser so lange wie möglich zu Hause wohnen bleiben kann, seine Pflege jedoch sichergestellt ist.

Die Mitarbeitenden kennen die Angebote vor Ort und deren Preise. Zudem helfen sie, wenn die Senioren aufgrund ihres gesundheitlichen Zustandes gezwungen sind, in eine Pflegeeinrichtung zu übersiedeln.

Im Folgenden die Aufgaben der Pflegestützpunkte:

  1. Beratung zu Hilfs- und Unterstützungsangeboten
  2. Unterstützung bei Formalitäten
  3. Mitwirkung bei der Suche nach externen Hilfsangeboten
  4. Unterstützung bei der Pflegeorganisation
  5. Versorgungsanpassung bei Änderung des Pflegebedarfs
  6. organisatorische Abwicklung und Kontakt halten mit Apotheken und Sanitätshäusern (auf Wunsch des Seniors)
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IAV-Stellen – unabhängig und kostenfrei

Ähnliche Aufgaben wie die Pflegestützpunkte haben die städtischen Seniorenbeauftragten in den Informations-, Anlauf- und Vermittlungsstellen (IAV-Stellen). Sie beraten ebenso wie die Pflegestützpunkte unabhängig und ohne Gebühren. Zu den vermittelnden Aufgaben beraten die IVA auch rechtlich und geben Antworten zu finanziellen Fragen.

Weitere Stellen, die Senioren ihre Hilfe anbieten, aber nicht fest eingerichtet sind, bilden die:

  • Stadtseniorenräte
  • Kreisseniorenräte
  • Seniorenvertretungen

Sie vertreten die Belange der Senioren als Engagierte und Interessierte gegenüber der Öffentlichkeit und der Politik. Zusätzlich erhalten Senioren Hilfe durch beratende und informierende Tätigkeit.

Hilfe für Senioren auf Bundesebene

Senioren auf der Suche nach Antworten finden mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren (BAGSO) eine weitere Anlaufstelle. Sie ist als Dachverband von Seniorenorganisationen auch über das Internet erreichbar. Mehr als 120 Initiativen, Verbände und Organisationen sind auf dem Portal zu finden, die in verschiedenen Bereichen spezialisierte Hilfe für Senioren anbieten.

Zu diesen zählen:

  • Behindertenverbände
  • kirchliche Organisationen
  • Sozialverbände
  • Seniorenorganisationen von Gewerkschaften und Parteien
  • Interessenvertretungen
  • Selbsthilfegruppen
  • Verbände für Kultur und Bildung im Alter
  • Sportorganisationen

Die BAGSO bezeichnet sich als die „Stimme der Älteren“. Ihr Ziel ist es, dass die Senioren sozial abgesichert sowie gesund, selbstbestimmt und würdevoll aktiv ihren Lebensabend bestreiten können. Bekannt ist die Interessenvertretung BAGSO zudem für den im Abstand von drei Jahren stattfindenden Deutschen Seniorentag.

Als nach § 118 des Elften Sozialgesetzbuches maßgebliche Organisation tritt die BAGSO für die Rechte der pflegebedürftigen Senioren und ihre Angehörigen ein. Daneben berät sie als Betroffenenverband den Qualitätsausschuss Pflege.

Zudem ist der im Jahr 1989 gegründete und 1996 eingetragene Verein Mitglied im Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) und im Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbf). Weiter stärkt die BAGSO international die Rechte der Senioren.

Hilfe für Senioren anhand von Beispielangeboten des Deutschen Roten Kreuzes

Benötigen Senioren Hilfe, um ihren Alltag zu bewältigen, ist auch das Deutsche Rote Kreuz eine Anlaufstelle für diese Personengruppe. Die Pflegeberater des DRK suchen mit und für den Senior Hilfen, die seiner Situation entspricht.

Hilfe bei Einsamkeit

Menschen im Alter wohnen oft allein. Wenn den Senioren das Hinausgehen aufgrund körperlicher Einschränkungen schwerfällt oder diese sich aufgrund von Inkontinenz nicht mehr nach draußen trauen, vereinsamen sie zusehends. Dementgegen wirkt das Deutsche Rote Kreuz mit seinem ehrenamtlichen Besuchsdienst für Senioren mit seltenen Kontakten zu anderen Menschen, gleich welcher Ursache die Einsamkeit zugrunde liegt.

Die Helferinnen und Helfer:

  • unterstützen Senioren beim Knüpfen von Kontakten
  • begleiten sie zu Ärzten und Besuchen bei Ämtern
  • gehen mit ihnen spazieren
  • helfen bei Einkäufen
  • hören den Senioren zu
  • bringen durch ihre Anwesenheit Abwechslung in den Alltag
  • führen Gespräche mit den vereinsamten Menschen
  • helfen beim Ausfüllen von Formularen
  • leisten den Senioren Gesellschaft
  • spielen mit den alten Menschen
  • lesen ihnen vor

Fahrdienste– sicher reisen von A nach B

Senioren, denen es an Mobilität mangelt, um allein an ein beliebiges Ziel zu kommen, bietet das Deutsche Rote Kreuz unterschiedlich organisierte Fahrdienste an. Abhängig vom Grund der Fahrt besteht die Möglichkeit der Kostenübernahme durch:

  • die Pflegeversicherung
  • die Krankenkasse
  • das Sozialamt

Fragen zur Übernahme der Kosten beantworten die Mitarbeitenden hinter der kostenlosen DRK-Hotline 08000 365 000.

Hilfe im Haushalt

Oft sind es die alltäglichen Dinge, wie das Säubern, der Wohnung, die Gartenarbeit, der Einkauf oder die Wäsche, die Senioren nicht mehr allein bewältigen können. Begründet ist dies durch Gebrechlichkeiten – etwa durch Rückenbeschwerden, entzündliches Rheuma, Gicht oder andere Erkrankungen. Senioren sind dankbar, wenn hauswirtschaftliche Hilfen des DRK sie bei diesen Arbeiten unterstützen.

Die Kosten erfragen interessierte Senioren bei den DRK Kreisverbänden. Möglicherweise übernehmen das Sozialamt, die Krankenkasse oder die Pflegeversicherung die Kosten für diese Hilfen.

Wenn das Einkaufen schwerfällt – der Einkaufsservice

Der Einkauf stellt für Senioren häufig eine starke Belastung dar. Zudem ist der Weg zum Supermarkt beschwerlich, wenn die Beine nicht mehr mitmachen. Die Körbe der Gehhilfen bieten lediglich Platz für das Notwendigste. Wocheneinkäufe und das Tütenschleppen sind undenkbar. Hier springt der Einkaufsservice des DRK ein. Richtigerweise wenden Senioren sich an ihren Kreisverband, auch, um die Kosten zu erfragen.

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Essen auf Rädern

Geht es den Senioren nicht gut oder mangelt es an Motivation, selbst zu kochen – der Menüservice „Essen auf Rädern“ kümmert sich . Zuverlässig liefert er das Essen täglich (oder auch nur an einzelnen Tagen) ins Haus. Alternativ bringt er einmal in der Woche Menüpakete für das Tiefkühlgerät vorbei, die Senioren bei Bedarf aufbereiten. Bei beiden Angeboten sind die Gerichte auf Senioren und auf bestimmte Krankheiten abgestimmt. Auskunft gibt der Kreisverband.

Die Wohnberatung

Körperliche Beeinträchtigungen erschweren Senioren das Wohnen. Der Rollstuhl passt nicht durch die Tür, das Treppensteigen ist eine Qual, selbst Teppiche und Türschwellen bergen Unfallgefahren. Baden ist nicht möglich, weil der Senior es nicht mehr schafft, den hohen Wannenrand zu übersteigen.

Wie Senioren hierzu Hilfe erhalten? Durch die Wohnberatung des DRK. Sie besucht die Menschen in ihrer Wohnung und prüft, wo es Möglichkeiten zur Veränderung gibt.

Die Mitarbeitenden klären über Hilfen zur Finanzierung der Umbauten auf und unterstützen bei Gesprächen mit dem Vermieter. Bei Wohneigentum bestellen sie die Handwerker, um die gefundenen Lösungen in die Tat umzusetzen.

Die Tagespflege – eine Alternative zur stationären Einrichtung

Brauchen Senioren Hilfe aufgrund einer Pflegestufe, aber eine stationäre Pflege im Altenheim ist nicht möglich oder nicht gewollt, ist die Tagespflege eine Alternative. Diese hilft Senioren in mehrfacher Hinsicht:

  • Sie befinden sich tagsüber – bis zu acht Stunden – in Gesellschaft und vereinsamen nicht.
  • Die Senioren speisen gemeinsam.
  • Die alten Menschen erhalten Möglichkeiten und Anleitungen, um sich zu beschäftigen.

Abends, wenn die Familienangehörigen wieder daheim sind, geht es zurück in die gewohnte Umgebung. Bei Bedarf übernimmt das Abholen und Zurückbringen der Pflegebedürftigen ein Fahrdienst. Die Kosten erfahren an der Tagespflege interessierte Menschen bei ihrem zuständigen DRK Kreisverband. Die Höhe der Aufwendungen richtet sich nach dem Pflegegrad und nach dem Kostenmodell der Einrichtung.

Wohnen in einer ambulanten Wohngemeinschaft

Sind Senioren auf Hilfe aufgrund von Demenz oder anderen Erkrankungen angewiesen, aber benötigen keine vollstationäre Pflege ist die ambulante Wohngemeinschaft, ein Mittel, ein selbstbestimmtes Leben in häuslicher Atmosphäre zu führen.

Wie bei Wohngemeinschaften von Studenten hat jeder Bewohner sein eigenes Zimmer. Daneben gibt es eine große Wohnküche, in der die Senioren gemeinsam für ihr leibliches Wohl sorgen, sich unterhalten, gemeinsam lachen oder anderen Beschäftigungen nachgehen.

Die Auswahl des Pflegedienstes hängt nicht vom Mietvertrag ab. In den ambulanten Wohngemeinschaften leben drei bis elf Männer und Frauen zusammen. Mehr über dieses Wohnprojekt erfahren interessierte Menschen auf der Onlinepräsenz des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG).

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Stationäre Altenpflege

Die stationäre Altenpflege in einer Altenpflege-Einrichtung richtet sich vorwiegend an Menschen, bei denen das Alleinleben nicht mehr verantwortbar ist. Für diese Unterbringung haben die Senioren mindestens das 60. Lebensjahr erreicht. Die Chance auf einen Platz haben sie, wenn sie:

  • pflegebedürftig sind
  • unter altersbedingten Erkrankungen leiden
  • der psychische Zustand des Seniors diese Hilfe erfordert
  • aufgrund von Desorientierung nicht zu Hause wohnen können

Hilfe für Senioren – selbst organisiert: Tipps

Bevor Senioren Hilfe von Organisationen in Anspruch nehmen, prüfen diese, ob sie nicht in der Lage sind, sich das Leben selbst zu erleichtern. Hierzu einige Tipps:

  1. Der Einkauf: Alternativen zum Einkaufsservice verschiedener Organisationen sind Liefer- und Bringdienste, die den grauen Stars das Essen oder die Einkäufe nach Hause bringen. Die Bestellung funktioniert online und oft auch telefonisch.
  2. Geld sparen: Nehmen Senioren die Bring- und Lieferdienste in Anspruch, ist es preiswerter, große Mengen zu bestellen. Da diese den Bedarf einer einzelnen Person übersteigen, bietet es sich an, sich mit Nachbarn oder Freunden zusammenzuschließen und gemeinsam zu bestellen. Das spart Geld aufgrund der ohnehin niedrigeren Kosten für das einzelne Produkt. Meist entfallen durch den hohen Warenwert die Lieferkosten.
  3. Hilfe für Senioren in der Nachbarschaft in Anspruch nehmen.
  4. Unterstützung durch Hausmeisterdienst für Reparaturen oder Gartenarbeiten anfragen.
  5. Schüler und Studenten brauchen Geld und die Senioren Hilfe. Vielleicht gibt es interessierte junge Leute in der Nähe. Entsprechende Angebote finden sich an Pinwänden im Supermarkt oder in der Zeitung.

Fazit:

Selbst organisiert oder unter Beteiligung von Organisationen ist es möglich, auch bei Pflegestufen lange selbstbestimmt zu Hause zu leben. Angebote zur Hilfe für Senioren und reichlich Informationen finden betagte Menschen online etwa beim Verbund Seniorenhilfe sowie bei karikativen und kommunalen Einrichtungen.